Ihr Partner wurde wütend, als Sie ihn auf seine Vergesslichkeit ansprachen. Er kann die Einkäufe nicht mehr erledigen, weil er immer etwas vergisst. Am Sonntag hatte er sogar vergessen, dass Sie zur Geburtstagsfeier Ihrer Enkelin eingeladen waren. Unterwegs nahm er die falsche Ausfahrt, obwohl Sie die Strecke schon so viele Male gefahren sind. Als Sie ihn darauf hinwiesen, wurde er richtig wütend.   

Geraten Sie nicht sofort in Panik. Signale wie Vergesslichkeit, Personen nicht direkt erkennen oder die Orientierung verlieren können Zeichen für eine beginnende Demenz, aber auch für andere Krankheitsbilder sein. Einzig und allein eine fachkundige Untersuchung kann darüber Aufschluss geben. Reden Sie erst einmal mit Ihrem Hausarzt darüber. Mit dem Betroffenen selbst sprechen Sie am besten so offen wie möglich über Ihre Sorgen. Die Tatsache, dass Ihr Partner selbst so ungehalten wurde, als Sie ihn auf seinen Irrtum hinwiesen, ist ein Zeichen dafür, dass auch er sich Sorgen macht.

Es hilft Ihnen beiden nicht weiter, wenn Sie den Schein wahren, dass „nichts los ist“.  Einige Menschen müssen ihre Zweifel und Ängste ausführlich besprechen. Andere brauchen hingegen nur wenige Worte, um sich zu verstehen. Wichtig ist jedoch, dass beide Partner voneinander wissen, dass sie aufrichtig und ehrlich sind. Ermutigen Sie Ihren Partner, gemeinsam das Problem mit dem Hausarzt zu besprechen.

Mutter hatte nie einen einfachen Charakter. Sie war sehr streng mit sich selbst und ihrer Familie. In letzter Zeit ist es aber nicht mehr zum Aushalten. Alles, was ich mache, ist falsch. Sie macht alles schlecht. Es gelingt ihr sogar, die Geschwister gegeneinander auszuspielen. Wenn das so weitergeht, bringt sie die ganze Familie auseinander.   

Verhaltensprobleme, die zunehmend in den Vordergrund treten, oder sich ändernde Verhaltensweisen können auf eine beginnende Demenz hinweisen, auch wenn es noch keine anderen Anzeichen wie Vergesslichkeit oder Verwirrtheit gibt. Auch hier ist eine ärztliche Untersuchung das Richtige. Das Problem überhaupt anzusprechen ist der erste und schwierigste Schritt. Für Menschen, die sich sehr nahestehen, ist dies sehr schwer. Wenn man versucht, über bestimmte Verhaltensweisen zu sprechen, führt das oft zu Streit.

Außenstehende können manchmal vermitteln. Sie können beispielsweise den Hausarzt zu einem Gespräch zu dritt einladen. Sorgen Sie dafür, dass das Gespräch bei Ihnen zuhause stattfindet und lassen Sie den Hausarzt das Gespräch leiten.

Sie spüren, dass Sie ab und zu einen Fehler machen. Gestern gingen Sie zur Nachbarin, um Sie etwas zu fragen, und Ihre Nachbarin sagte Ihnen dann, dass Sie genau das Gleiche bereits vor einigen Stunden gefragt hatten. Wenn die Enkel zu Besuch sind, schauen Sie sie komisch an. Sie spüren, dass Sie etwas falsch machen, wissen aber nicht was. Früher haben Sie immer gerne gekocht, aber in letzter Zeit ist es Ihnen lästig. Alles erscheint Ihnen viel zu kompliziert. Sie haben versucht mit Ihrem Hausarzt darüber zu reden. Dieser sagte nur: „Ach ja, das Alter.“

Es ist ganz normal, dass Sie beunruhigt sind, wenn Sie merken, dass Sie bestimmte Situationen nicht mehr unter Kontrolle haben. Das Beste, was Sie tun können, ist ein Gespräch mit Ihrem Hausarzt zu führen. Auch für den Hausarzt ist es nicht leicht, die Demenz von anderen Problemen (beispielsweise einer Depression) zu unterscheiden. Sie dürfen jedoch von ihm erwarten, dass er sich Ihre Beschwerden und Ihre Zweifel ernsthaft und respektvoll anhört.

Wenn Ihr Hausarzt nicht gleich auf Ihre Probleme eingehen möchte, wenden Sie sich an eine andere Vertrauensperson in Ihrer Umgebung, die gut zuhören kann,  wie beispielsweise eine Freundin, einen Angehörigen oder einen Nachbarn. Ihre Probleme mit einer Person zu besprechen, die einen ernst nimmt, kann Klarheit schaffen: „Bin ich übertrieben beunruhigt oder sollte ich doch Hilfe suchen?“